Hartschalenobst umfasst in unseren Breiten Walnüsse, Haselnüsse und Edelkastanien (auch als Maronen im Handel), in warmen Gebieten in Süddeutschland auch Mandeln. Haselnüsse werden generell unterschätzt, weil man sie als häufig wild wuchernde, wenig ertragreiche Büsche z.B. in Knicks wahrnimmt. Ein Blick auf die Angebote veredelter Sorten würde sicherlich an manchem freien Fleck zur Pflanzung von Haselnussbäumen bzw. -büschen führen (Zur Information ein Hamburger Anbieter: <https://www.walnuss24.de/haselnussbaum/haselnussbaum-sorten>; viele weitere Anbieter findet man im Internet.). Aber im Folgenden werden nur Walnüsse und Edelkastanien eingehender betrachtet.
Im Rahmen der angestrebten Nahrungsmittelautarkie national-sozialistischer Politik hat Ewald Könemann, Nussbau in allen Lagen, Berlin 1943 einen „reichsweiten“ Überblick über den Anbau von Hartschalenobst verbunden mit einem Plädoyer für verstärkten Anbau veröffentlicht. Es wurde 1956 in Österreich mit korrigierter politischer Geographie (aus der Ostmark wurde wieder Österreich) wieder veröffentlicht.
Ein Walnussbaum gehörte unbedingt zu einem bäuerlichen Betrieb, vor allem zur Selbstversorgung und lokalen Vermarktung. Häufig stand der Walnussbaum nahe beim Gehöft, weil er im Sommer Schatten spendete und Fluginsekten fernhielt. Im Gegensatz zu anderem Obstgehölz war Veredelung jedoch lange sehr schwierig. Sämlinge tragen erst nach mehr als zehn Jahren erstmals. Erst dann wird man gewahr, welche Qualität die Nüsse haben werden, die sehr verschieden von der ursprünglich gekeimten Nuss sein kann. Dies erklärt, dass man immer wieder auf stattliche Nussbäume treffen kann, die kleine, wenig attraktive Nüsse tragen.
Im 1. Weltkrieg hat der außerordentliche Bedarf an Nussbaumholz für Gewehrschäfte im Januar 1916 zur reichsweiten Beschlagnahmung aller Nussbäume ab einer genügenden Stärke geführt. Für den 2.Weltkrieg waren die nachgepflanzten Nussbäume noch nicht in geeigneter Stärke nachgewachsen, sodass ab 1937 Schichtholz der Rotbuche für Gewehrschäfte verwendet wurde.<http://www.peterlock.de/
gewehrschfte>
Das heute eher geringe Vorkommen der Walnussbäume in Norddeutschland hat unterschiedliche Ursachen. Extrem kalte Winter, wie z.B. 1940 und 1941, haben viele Bäume nicht überstanden. Der erhebliche Rückgang von bäuerlichen Familienbetrieben aufgrund der Ausweitung der Besiedlung und Aufgabe der Höfe zugunsten eher agrarindustrieller Bewirtschaftung haben zum Verschwinden von vielen alten Nussbäumen geführt, deren Holz freilich noch immer für edle Furniere sehr begehrt ist, besonders wenn beim Fällen der obere Wurzelbereich einbezogen wird.
In Deutschland haben die Veredelungstechniken, die in Frankreich und der Schweiz entwickelt worden waren, erst Ende der fünfziger Jahre begonnen Fuß zu fassen. Das bedeutete von da an sichere Ernten gewünschter Sorten bereits wenige Jahre nach der Pflanzung, wenn vegetativ vermehrte Walnüsse gepflanzt wurden. Allerdings werden bis heute aus Unkenntnis „kostenlose“ Sämlingsbäumchen (um)gepflanzt, die meist von durch Eichhörnchen vergrabenen Nüssen stammen und häufig erst nach 15 Jahren erste Früchte tragen, deren Qualität völlig verschieden von der ursprünglich vergrabenen Nuss sein kann.
Die heute angebotenen veredelten Sorten sind überwiegend aus umfangreichen Züchtungen (z.B. in Geisenheim und in anderen europäischen Ländern) selektiert. Kriterien sind u.a. Wuchscharakteristik, Frosthärte, Größe der Nuss, Geschmack, Eignung zur Verarbeitung u.a.m. Das Besondere bei Nussbäumen ist, dass sich der Wurzelbereich deutlich über den Kronenbereich des Baumes ausdehnt, was bei der Pflanzung unbedingt zu berücksichtigen ist, zumal bei Pflanzungen im urbanen Umfeld.
Ein wichtiges Merkmal der Walnuss ist die Einhäusigkeit der allermeisten Sorten und dass sich die Blütezeit der männlichen und weiblichen Blüten überschneiden. Der Blütenzeitraum ist April / Mai. Daher eignet sich die Walnuss zur Pflanzung als Solitärbaum, dessen Bestäubung schon alleine durch Wind erfolgt. Das heißt mit Walnussbäumen kann man den städtischen Raum an vielen Stellen essbar machen. Die frühe Bildung einer Pfahlwurzel und die anschießende Ausbreitung des Wurzelbereiches weit über den Kronenbereich hinaus lassen erwarten, dass diese Baumart mit sommerlicher Trockenheit zurechtkommt. Krankheiten und Schädlinge treten vor allem in nassfeuchten Jahren auf. In der Regel findet keine agrochemische Behandlung statt. Die Auswirkungen von Juglon, das sich im Boden als Gift für bestimmte Pflanzen aus absterbender grüner Substanz bildet, gilt es bei der bodennahen Bepflanzung im Kronenbereich unbedingt zu berücksichtigen. <Liste bei Vivian Böllersen, Revival der Walnuss, Kevelaer 2017 S.15>.
Negative Beeinflussung
Asparagus officinalis (Spargel)
Betuoa papyrifera (Papier-Birke)
Brassica oleracea (Kohl)
Lycopersicon (Tomaten)
Magnolia x soulangiana (Tulpen-Magnolie)
Medicago sativa (Luzerne)
Solanum melongena (Aubergine)
Solanum tuberosum (Kartoffel)
Paeonia (einige Pfingstrosen)
Pinus strobus (Weymouth-Kiefer)
Tilia americana (Amerikanische Linde)
Vaccinium (Heidelbeeren)
Immun oder kaum betroffen
Allium (Zwiebel)
Beta vulgaris (Rüben)
Pastinaca sativa (Pastinake)
Pseolus zinnia (Lima- und Brechbohnen)
Prunus ssp. (Kirschen, Nektarinen, Pfirsich und Pflaumen)
Rubus occidentalis (schwarze Himbeere)
Zea mays (Zuckermais)
Sowie die meisten winterfesten, im Herbst gesetzten Blumenzwiebeln einschließlich Laucharten, Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Tulpen und eine Reihe vo weiteren Zierpflanzen.
Bei der notwendigen Rückeroberung städtischer Lebensräume von der autogerechten Stadtgestaltung sollte der Walnuss eine wichtige Rolle gegeben werden. Sie macht die Stadt unbedenklich essbar. Leider wird diese Baumart zu Unrecht vom „städtischen Grünmanagement“ eher gemieden, weil man bislang unter dem Primat unbedingt autogerechter Verkehrssicherheit glaubt handeln zu müssen und in Hamburg bis in die jüngste Vergangenheit unter skandalöser Unterfinanzierung gelitten hat. Walnussbäume werden aber ein wichtiger enkeltauglicher Beitrag zu Schaffung einer lebenswerten, essbaren Stadt sein.
Gegen die Pflanzung von Walnussbäumen wird vom aktuellen „Grünmanagement“ u.a. vorgebracht, dass die Vorhaltung des Verkehrsprofiles im öffentlichen Raum, vor allem an Straßen, zu hohe Kosten verursacht und dass Schäden durch herabfallende Nüsse zu Klagen von Autobesitzern auf Schadenersatz führen würden. Das Oberlandesgericht in Frankfurt hat jedoch derartige Ansprüche als unbegründet abgewiesen und erklärt, dass entsprechende Vorkommnisse hinzunehmender Natur seien.< Amtsgericht Frankfurt am Main Verkündet lt. Protokoll am: Aktenzeichen: 32 C 365/17 (72) 10.11.2017 >.
Auch außerhalb der städtischen Räume gibt es vielfältige Möglichkeiten die Walnuss in Norddeutschland erwerbswirtschaftlich anzubauen, denn Walnussanbau ist auch auf Flächen möglich, die sich aufgrund der Bodenqualität und dem Geländeprofil nicht für die vorherrschende agrarindustrielle Bewirtschaftung eignen. Walnüsse sind ein zunehmend regionalwirtschaftlich nachgefragtes Produkt, das auf der Liste wertvoller Nahrungsmittel unserer geänderten Ernährungskultur angesichts der CO2-Bilanz unseres Fleischkonsums steht. Die Nachfrage wird derzeit vor allem durch Importe gedeckt. Entsprechend haben sich neue, förderungswürdige erwerbswirtschaftliche Möglichkeiten entwickelt, Walnussanbau in Norddeutschland als Beitrag zur Bewahrung von Biodiversität im agrarindustriell geprägten ländlichen Bereich Norddeutschlands zu betreiben. <https://www.walnussbauern.de>. Auch als Überhälter in Knicks liefern veredelte Walnussbäume über Jahre Nüsse und erhöhen die Wertschöpfung der Knickbewirtschaftung, wenn sie schließlich gefällt und durch Nachpflanzung ersetzt werden.
Die Pflanzung und Pflege eines Walnussbaumes heute ist ein enkeltauglicher Beitrag zur Bewahrung unserer Lebenswelt. Der Pomologen-Verein sollte ein Meldeportal einrichten, um Hinweise auf mögliche Standorte in Hamburg zu sammeln, auch auf Flächen, die derzeit noch absolut entbehrlich versiegelt sind.
Im Kontext der notwendigen Änderung unserer Mobilitätskultur müssen auch versiegelte Flächen für den ruhenden Verkehr (1) in den Blick genommen werden, um lebenswichtiges Grün in unsere verdichtete, immer mehr unter Hitzestress leidende Stadt zu bringen. Die vorgeschlagenen Standorte wären zu prüfen und dann beim Grünflächenmanagement des öffentlichen Raumes in Hamburg für die Pflanzung solcher Bausteine, wie zum Beispiel Hartschalenobst (Juglans regia und Castanea sativa), für eine lebenswerte, essbare Stadt mit Nachdruck zu werben.
Nun zur Edelkastanie:
Man bezeichnet die Castanea sativa (Edelkastanie, auch Esskastanie) als Archeophyt, d.h. diese Baumart hat ihren Ursprung in Asien, ist aber in frühester Zeit nach Europa gekommen und massiv in der Römerzeit in Europa innerhalb des Limes als Nahrungsmittel und Baumaterial weit verbreitet worden. Voreiszeitliche Samenfunde dokumentieren das Vorkommen dieser Baumart in ganz Europa. Aber nördlich der Alpen war Europa lange Zeit mit Eis bedeckt und hat alle Bäume ausgelöscht.
Diese Baumart verjüngt sich im Nahbereich natürlich, Eichelhäher und Nager erweitern diesen Bereich nicht unerheblich. Insgesamt aber sind heute die Bestände an den verschiedensten Orten in Europa jeweils das Produkt von Pflanzungen sowohl als Nahrungsmittel als auch als Nutzholz, also anthropogenen Ursprungs und nicht primär das Produkt natürlicher Ausbreitung. Daher auch überall dort, wo sie heute als „gebietseigen“ wahrgenommen wird, wurde sie mit einer wirtschaftlichen Zielsetzung eingebracht und hat sich nach Wegfall der ursprünglichen Verwendung häufig durch natürliche Verjüngung erhalten. Wahrscheinlich sind alle Biotope, die heute als Naturschutzgebiete bewahrt werden, historisch genauer betrachtet, Kulturfolgebiotope. Die heutige Ausprägung der stark gefährdeten Biodiversität ist ebenfalls eine fatale „Kulturfolge“, denn sie ist das Produkt menschlicher Nutzung natürlicher Ressourcen, die agrarindustriell die Natur ausbeuterisch, möglicherweise irreversibel, vernutzt.
Beispiele für das heutige Vorkommen der Castanea sativa illustrieren das. Seit dem frühen Mittelalter bildete in Frankreich das Eichenholz das Baumaterial des Adels, während das Holz der Castanea sativa das Baumaterial der Armen war. Mit dem langsamen Wachstum der Bevölkerung im frühen Mittelalter entwickelten sich die Esskastanien zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel bis in Bergregionen in der Schweiz und Frankreich sowie Spanien, nicht zuletzt weil der Kalorienertrag durch Auslese ertragreicher Sorten pro Hektar deutlich höher als bei Getreide war. Erst mit der Einführung von Mais, Kartoffeln und der Steigerung der Getreideproduktivität durch Mineraldünger im 18. und 19. Jahrhundert verlor die Edelkastanie an Bedeutung als Grundnahrungsmittel. In Italien ist heute auch die Lebensmittelproduktion vor allem für mediterrane Gerichte, aber auch für Konfiserie noch von Bedeutung. Lediglich eine steigende Zahl Liebhaber sammeln heute andernorts im Herbst Maronen. Im Internet wird das verloren gegangene Wissen der Zubereitung umfänglich vermittelt. Im aktuellen Sortiment veganer Lebensmittel findet sich inzwischen wieder Kastanienmehl, was auf eine Renaissance der Edelkastanie hindeutet.
Gleichzeitig gewann jedoch die Castanea sativa für andere, sehr unterschiedliche Zwecke an Bedeutung. Anbau von Wein und Castanea sativa bedingten einander bis ins 20. Jahrhundert, Stecken im Kurzumtrieb zum Aufbinden des Weins und Holz der Bäume zur Herstellung von Fässern. In Frankreich stand mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten sehr früh auch die forstwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund, z.B. der Anbau wegen des hohen Brennwertes im Kurzumtrieb für die vorindustrielle Verhüttung von Erzen und Gewinnung von Gerbstoffen. Stammholz diente der Möbelherstellung, dem Hausbau, auch und Schiff- und Hafenbau und heute vor allem dem Lawinenschutz.
Ab der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Edelkastanie in Großbritannien zur Gestaltung aristokratischer Parkanlagen, selbst in Schottland und Irland, eingesetzt, die auf dem europäischen Kontinent Nachahmung fanden (z.B. Fürst Pückler Park in Bad Muskau). Im 19. Jahrhundert wurde der Cider (Apfelwein) in England als populäres Getränk von Bier abgelöst. Der damit verbundene Hopfenanbau hat zu großflächigem Anbau im Kurzumtrieb von Castanea sativa für die benötigten Kletterhilfen geführt. Der Bedarf an Telegraphenmasten aus ihrem Holz wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Exportartikel in Italien.
Heute gewinnt das Holz der Edelkastanie verstärkt wieder an Bedeutung, weil es unbehandelt im Freien eingesetzt werden kann und dank der enthaltenen Gerbstoffe von eichengleicher Dauerhaftigkeit ist. Es wird für Staketenzäune und Holz im Außenbereich eingesetzt, weil es im Gegensatz zu anderen Hölzern, die im Außenbereich chemisch behandelt werden müssen und bei Entsorgung Sondermüll bilden, unbehandelt bleibt.
Größere Bestände in Deutschland befinden sich linksseitig des Oberrheins in Fortsetzung der elsässischen Bestände, die überwiegend auf die Niederwaldkulturen zur Versorgung des Weinbaus mit Stecken bis Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts zurückgehen. Ferner gibt es in Deutschland weit verstreut Bestände, die auf gutsherrliche Pflanzungen, oft als Alleen, zurückgehen. Die im Zusammenhang mit dem Streben nach autarker Lebensmittelversorgung des NS-Regimes 1943 erschienene Studie „Nussbau in allen Lagen“ von Könemann berichtet von Edelkastanienplantagen in Danzig und Vorkommen selbst im Baltikum. In der DDR sind in Sachsen forstwirtschaftliche Pflanzungen angelegt worden, die inzwischen in einer forstwirtschaftlichen Diplomarbeit (2) positiv bewertet wurden.
Da alle heute in Europa vorfindlichen Vorkommen anthropogener Natur sind, d.h. sie gehen auf Anbau mit unterschiedlichen Zielsetzungen zurück, ist es nicht möglich in Europa eine Zone natürlicher Ausbreitung abzugrenzen. Potentiell möglicher Anbau wird daher durch die Ermittlung klimatischer Anbaueignung in Verbindung mit verträglichen Bodeneigenschaften bestimmt (3). Aus dieser Perspektive wird Norddeutschland überwiegend als gut und sehr gut für die Pflanzung von Edelkastanien bewertet. (Siehe Deutschlandkarten im Anhang).
Allerdings ist auch in Norddeutschland in den letzten Jahrzehnten vor allem viel pflegeleichtes und immergrünes, nicht „gebietseigenes“ Gartengehölz und ertragreiches fremdes Forstgehölz eingeführt worden, obwohl sie als Neophyten meist wenig Beitrag zur Förderung der Biodiversität leisten, entomologisch<Insekten> und in Hinblick auf die Bodenkultur häufig Fremdkörper bleiben. Dies begründet Strategien in Naturschutzverbänden ausschließlich die Pflanzung von „gebietseigenen“ Pflanzen zu fördern, die gleichwohl das Ergebnis von vielen aufeinander folgenden menschlichen Eingriffen in die Natur ihres jeweiligen Lebensraumes sind. Gleichzeitig aber ist es grundsätzlich notwendig, die Realität des Klimawandels beim Bemühen um „Naturschutz“ und Rettung von Biodiversität in den Blick zu nehmen. Hilfreich ist dabei die Bewertung von Eigenschaften von Baumarten, die von der Technischen Universität Dresden (Prof. Roloff) umfassend auf der Internetdatenbank (https://citree.de) Gehölze für urbane Räume zugänglich sind. Die Edelkastanien werden vollständig in mitteleuropäische Biodiversität integriert beschrieben(4).
Castanea sativa gehört zu den Buchengewächsen (Fagaceae) und ist relativ nahe verwandt mit Eichen (Quercus). Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist hingegen botanisch nicht mit der Edelkastanie verwandt. Sie kam erst im 17. Jahrhundert nach Europa und erhielt ihren Namen wegen der Ähnlichkeit der Nüsse. Sie fand vor allem als attraktive Parkpflanze weite Verbreitung, die zudem Futter für Wild und Pferde lieferte.
Nördlich der Alpen blühen die Edelkastanien Ende Mai und Anfang Juni. Auffällig sind die männlichen Blütenstände, bis zu 25 cm lange, kerzenartig aufrechte bis hängende Kätzchen, an denen perlschnurartig aufgereiht die einzelnen kleinen weißen Blüten hängen. Die weiblichen Blüten sind dagegen unscheinbar und umgeben vom Fruchtbecher. Die Befruchtung erfolgt durch Insekten, vor allem Bienen, aber auch durch Windbestäubung bei trockener Witterung über weite Entfernungen. Aufgrund der vergleichsweise späten Blüte sind Edelkastanien eine begehrte, pollenreiche Bienentrachtpflanze, die darüberhinaus, im Vergleich zur Rosskastanie, einen außerordentlichen Beitrag vor allem zur entomologischen Biodiversität (5) <Insekten auf Edelkastanien im Anhang> leistet. Eine Gefährdung der Fruchtbildung durch Spätfröste hat nach Auskunft mehrerer Baumbesitzer bzw. regelmäßig Erntender auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg nicht zu Ernteausfällen geführt.
Die Edelkastanie ist ein bis 35 m hoher sommergrüner Laubbaum, der 400 bis 500 Jahre alt werden und einen Brusthöhendurchmesser von 3 m erreichen kann. Er bildet im Freistand eine tief angesetzte weit ausladende Krone und ist mit zunehmendem Alter sehr lichtbedürftig. Sie bildet eine tiefgehende, kräftige Pfahlwurzel mit senkerartigen Seitenwurzeln. Sie bevorzugt tiefgründige, gut drainierte, saure bis neutrale Böden und meidet kalkhaltige Substrate.
Die außerordentliche Wiederausschlagfähigkeit begründet die Kurzumtriebskulturen, die in Frankreich teilweise seit 200 Jahren häufig auf der gleichen Fläche betrieben werden. Das Wachstum in den ersten Jahren ist sehr groß, sodass bestimmte Buscharten im Verbund mit aufwachsenden Kastanien einen Schutz gegen Verbiss bilden, ohne das Wachstum der Edelkastanie zu beeinträchtigen. In bayerischen Testplantagen für Kurzumtrieb (Energieholz) sind auch Castanea sativa in jüngerer Zeit gepflanzt worden, die bestens angewachsen sind, aber erst in Zukunft bewertet werden können (Auskunft von Dr. Burger, LWF).
Der Auslese fruchtragender Sorten folgend ist die vegetative Vermehrung heute die Regel, um Maronen zu ernten, während man bei der forstwirtschaftlichen Nutzung möglichst regional bewährte Sorten bzw. deren Sämlinge bevorzugt (6). Eine forstwirtschaftliche Pflanzung ist sehr ertragreich, denn eine weitgehend eichenholzgleiche Qualität (Brennwert, Haltbarkeit des unbehandelten Holzes aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe, problemlose Verarbeitung) und Menge wird im Vergleich zur Eiche in etwa der Hälfte der Zeit erzielt. Je nach Verwendung erfolgt der Umtrieb nach 30 Jahren und maximal 60 Jahren. Bei noch älteren Bäumen besteht verstärkt das Risiko der Ringschäle.
Die bei Einzelbeständen in Norddeutschland gelegentlich beobachtete Ernte kleiner minderwertiger Maronen wird häufig vermeintlich nicht-geeignetem Klima zugeschrieben, sind aber eher der Wildform noch sehr nahe und wenig selektiertem Saatgut des Sämlings geschuldet, während veredelte Sorten, die inzwischen auch von Baumschulen in der Region angeboten werden, auch in Norddeutschland nach nur wenigen Jahren ausgezeichnete Maronen liefern, wenn er jährliche Niederschlag mehr als 500 mm beträgt. Auch das Einbringen veredelter Edelkastanien in Knicks bietet eine produktive Aufwertung der Knickbewirtschaftung (7). Für die Gestaltung des urbanen Stadtgrüns ist es von Interesse, dass es Sorten mit unterschiedlichen Wuchsformen, darunter auch eher buschartige Kastanien (z.B. Vincent van Gogh) gibt, die für die Gestaltung öffentlicher Parks interessant sind und zur Schaffung einer essbaren, enkeltauglichen Stadt beitragen.
Über 3000 weißblütige Rosskastanien (Aesculus hippocastanum) auf öffentlichen Flächen in Hamburg sind schwer geschädigt (Miniermotte und Pilze) und müssen wahrscheinlich in den nächsten zehn Jahren ersetzt werden. Da das Stadtgebiet Hamburgs im Hinblick auf klimatische Anbaueignung von Edelkastanien (Castanea sativa) als sehr gut und gut ausgewiesen ist, können Edelkastanien als Ersatz gepflanzt werden. Die Gestalt beider Baumarten machen sie zu einem sehr attraktiven Element im Stadtgrün. Sie werfen vergleichbare Früchte ab, daher werden die Ersatzpflanzungen mit Edelkastanien einen vollen Ersatz im Stadtgrün bilden und zudem die Stadt ein wenig essbar machen.
Vor allem die immer zahlreicher werdenden “landflüchtigen Imker“ werden sich über die reichen, lange und spät blühenden Bienenweiden freuen. Aber zusätzlich zu den Ersatzpflanzungen für die Rosskastanien gibt es schwach, eher buschartig wachsende Edelkastaniensorten, die als sehr dekorative Elemente in die großen Parks in der Stadt eingebracht werden können, nachdem nunmehr die klimatische Eignung dieser Baumart geklärt ist. In London kann man die stadtgeeignete Schönheit dieser Baumart in Vorgärten, Parks und als Straßenbegleitbäume besichtigen <Beispiele im Anhang>, die es nunmehr auch in Hamburg zu schaffen gilt. Andere Städte in Norddeutschland sind ebenfalls von Krise der Rosskastanie betroffen, sodass sich auch dort Ersatzpflanzungen mit Castanea sativa (8) anbieten und z.B. in Lübeck bereits praktiziert werden.
Generell als flächige Abgrenzung mit Schallschutzwirkung und als Feinstaubfilter eignet sich dies Baumart in Niederwaldkultur mit variablen Umtriebsintervallen entlang von Schnellstraßen und Eisenbahntrassen, aber auch als Abschirmung von Parks. Die regelmäßigen Umtriebe erbringen Energieholz (Schredder) mit hohem Brennwert oder eignen sich sogar für die Fertigung von Staketenzäunen.
Die Umwandlung von intensiv bewirtschafteten Agrarflächen zu Kurzumtriebsplantagen ist von beachtlichem naturschutzfachlichem Wert, weil der Düngereintrag und chemischer Pflanzenschutz entfallen und zahlreiche neue Arten in Abhängigkeit der umgebenden Landschaft einwandern(9). Auch auf maschinell schwer zu bewirtschaftenden Flächen ist die Anlage von Kurzumtriebsplantagen mit Castanea sativa eine betriebswirtschaftliche Option (hoher Brennwert des Energieholzes und Option von Überständern für Qualitätsholzproduktion ab dem 30-zigsten Jahr). Kurzumtriebsplantagen fördern die Bodenfruchtbarkeit durch starke Regenwurmbesiedlung und bieten Lebensraum für sehr viele Insekten.
Mit Sicherheit würde die Anlage von mit Castanea sativa im Verbund mit anderen Laubhölzern bepflanzten Winderosionsschutzstreifen auf den riesigen maschinengerecht gestalteten Agrarflächen, vor allem in Mecklenburg, das Risiko weiterer Katastrophen (Verwehungen der fruchtbaren oberen Bodenschichten) mindern. Solche Streifen würden gleichzeitig den nötigen genetischen Austausch von ansonsten isolierten Populationen der Fauna durch Wanderungen ermöglichen. Angesichts der fortschreitenden, agrarindustrieller Logik folgenden Umgestaltung des ländlichen Raumes in strukturlose riesige Schläge, sollte über eine Pflicht zur Anlage von Erosionsschutzstreifen gesetzgeberisch beraten werden, um Biodiversität zu sichern und erneuten katastrophalen Erosions-ereignissen und folgender Schädigung der Infrastruktur vorzubeugen. Anzustreben ist eine gemischte Pflanzung von verschiedenen schnellwachsenden Laubhölzern in solchen Erosionsschutzstreifen.
Die in Schleswig-Holstein erlassene Knickverordnung ist ein wichtiger Schritt zur Sicherung von Biodiversität. In der entsprechenden Gehölzliste ist allerdings die Castanea sativa nicht aufgeführt, weil dort ausschließlich regional bekannte Arten verzeichnet sind. Angesichts der außerordentlichen Eignung und Wertigkeit von Castanea sativa im Kurzumtrieb und der entomologischen Attraktivität ist jedoch auch die Einfügung dieser Baumart in bestehende und anzulegende Knicks zu empfehlen. Die dadurch mögliche Steigerung des Brennwertes des zehnjährig vorgeschriebenen „Auf-den-Stock-setzen“ wäre u.a. ein Beitrag, die Widerstände von Landwirten gegen diese Verordnung abzumildern.
Wirtschaftlich interessant ist in jedem Falle der Einsatz von Castanea sativa als Straßen- und Wegebegleitpflanzung und zwar in der Kombination von Kurzumtrieb und ausgewählten Überhältern für Wertholzproduktion, wie sie sehr erfolgreich u.a. in der Normandie traditionell betrieben wird (10).
Forstwirtschaftlich kommt diese Baumart bereits in Niedersachsen, in Brandenburg (z.B. Sauener Wald <Stiftung August Bier>), in Schleswig-Holstein im Forstbereich Lensahn zum Einsatz. Im waldarmen Schleswig-Holstein gibt es mit Sicherheit weitere geeignete Flächen für deren Einsatz als Neuerung in anzulegenden Laubwaldmischkulturen.
Der bereits erwähnte behandlungsfreie Einsatz von Edelkastanienholz im Freien, vor allem als Baumaterial für Spielplätze und Abgrenzungen, macht eine stabil steigende Nachfrage nach diesem Holz wahrscheinlich und somit wirtschaftlich tragfähigen Anbau auch in Norddeutschland möglich. Derzeit wird die Nachfrage durch Importe überwiegend aus Frankreich bedient.
Wichtig ist es, bei der Pflanzung dieser Baumart in Norddeutschland zu beachten, dass nur veredeltes Pflanzgut zu einer sicheren Ernte von Maronen in wenigen Jahren führt. Sämlinge fruchten sehr viel später und können u.U. nur minderwertige, häufig auch taube Fruchtbecher abwerfen. Sie sind mit Walnusssämlingen vergleichbar, die auch erst nach ungefähr 15 Jahren offenbaren, welches Erbgut sie tragen. Das große Jugendwachstum dieser Baumart und die rasche Bildung einer kräftigen Pfahlwurzel mindern das Pflanzrisiko nach dem Anwachsen gegenüber den häufiger auftretenden langen niederschlagsfreien Perioden im Sommer und erlauben diese Kultur auch an sturmgeprägten Standorten in Schleswig-Holstein. Sie machen diese Bäume zu einer standsicheren Option an stark frequentierten Standorten im urbanen Raum. Bei Pflanzung an Alleen hat man in Mecklenburg die Erfahrung gemacht, dass Anwachserfolg am Besten war, wenn der Stammdurchmesser nicht mehr als 14 cm betrug. Dies deutet drauf hin, dass das Abschneiden der Pfahlwurzel bei mehrmaligen Verschulen nachteilig ist und die Edelkastanien früher als andere Baumarten am Standort eingebracht werden sollten.
Es gibt nur wenige systematische Untersuchungen zu den Beiträgen der Edelkastanie zur Biodiversität in Deutschland, was zum einen an den vergleichsweise noch geringen Vorkommen liegen kann. Zum anderen wird diese Baumart von Amateurdendrologen in lokalen Naturschutzverbänden wie ein Neophyt wegen seiner fälschlichen Beschränkung auf Weinbauklima behandelt. Die botanisch falsche Namensähnlichkeit zur Rosskastanie, die selbst eindeutig ein Neophyt ist, der erst Ende des sechzehnten Jahrhunderts erstmals nach Europa gekommen war und bis heute aus entomologischer Sicht noch immer vergleichsweise isoliert in der heimischen Fauna geblieben ist , dürfte zu dieser Fehlbeurteilung beigetragen haben.
Die Edelkastanie hingegen bietet nicht nur eine lang anhaltende reiche Bienenweide, die Ende Mai und Juni, also nach allen Frühjahrsblühern, bereit steht (Dieser Sortenhonig genießt eine große Wertschätzung), sondern die bisherigen Untersuchungen haben eine äußerst vielfältige Fauna in allen Lebensstadien bestätigt (12), die das Pflanzen zur Stärkung und Stabilität von Biodiversität an geeigneten Standorten in Norddeutschland attraktiv macht und zwar als:
- als Solitärbäume, die dem Hitzestress in Innenstädten und Trockenphasen im Sommer (bei ausreichender Jahresniederschlagmenge) gewachsen sind
- als Landschaft strukturierende Parkbäume und -büsche (z.B. Zwergedelkastanie „Vincent von Gogh“)
- als Hecken zur Abgrenzung und als Feinstaubfilter in Kurzumtrieb entlang von Schnellstraßen und Schienenwegen. Es gibt Edelkastanien in sehr variablen Wuchsformen
- als Beimischung zu Erosionsschutzstreifen <mit Energieholzertrag> auf großen Schlägen
- als Ergänzung der Artenvielfalt in Knicks
- als schnell wachsende Energieholzplantagen (KUP) mit hohem Brennwert
- als Einfügung in Laubwälder, vor allem an Waldrändern (wg. Lichtbedürfnis)
- forstwirtschaftliche Pflanzungen zur Produktion von Nutzholz in mit Eiche vergleichbaren Eigenschaften bei geringerem Pflegebedarf und sehr viel kürzerer Umtriebszeit
- als Straßen- und Wegebegleitbäume mit Überhältern und Kurzumtrieb (Energieholz).
- als attraktiver enkeltauglicher essbarer Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Stadt angesichts der Klimaerwärmung.
Zusammenfassend: Es gilt, diese bislang in Norddeutschland weitgehend „übersehene“ Baumart breit gestreut zu erproben, um besonders geeignete Orte für diese Bäume zu ermitteln und gleichzeitig ihre Wahrnehmung als Produkt aus der Region auf lokalen Märkten beizutragen.
„Pflanze einen Baum“ ist eine Aufforderung, der jeder Bürger, der verantwortlich für seine Enkel handeln möchte, nachkommen kann. Pflanzung zu Anlässen wie Geburt, Hochzeit, Andenken oder Patenschaften schaffen Aufmerksamkeit auf Bürgerbeteiligung. Eine Baumpatenschaft, auch ohne besonderen Anlass, ist ein Beitrag zu einer „enkeltauglichen“ Zukunft. An Raum mangelt es nicht, denn es gibt sehr viele entbehrlich versiegelte Flächen in unseren Städten, deren Entsiegelung zur Pflanzung von „Bürgerbäumen“ für eine zukunftsfähige Stadt einzufordern ist. Pomologen obliegt es, möglichst durch Musterpflanzungen von Obstgehölz aller Sorten dazu Anregungen zu geben, um die Lebenswelt unserer Enkel weniger umweltbelastet zu gestalten und Freude an umfangreichem, nicht selten auch essbarem Stadtgrün zu bereiten (13). Ebenso müssen wir einfordern, dass der ländliche Bereich wieder kleinteilig strukturiert sein wird, um der Biodiversität Lebensgrundlagen zu bieten. Die Castanea sativa und Juglans regia werden Bausteine an vielen Stellen dieser anderen Entwicklung sein.
1. Siehe hierzu grundlegend: IVP-Discussion Paper 2017 (1) Jos Nino Notz
Die Privatisierung öffentlichen Raums durch parkende Kfz Von der Tragödie einer Allmende – über Ursache, Wirkung und Legitimation einer gemeinwohlschädigenden Regulierungspraxis.< https://www.ivp.tu-berlin.de/fileadmin/fg93/Dokumente /Dis cussion_Paper/DP10_Notz_Privatisierung_öffentlichen_Raums_durch_parkende_Kfz.pdf> Die provokante Versiegelung wertvollster städtischer Flächen für die überdimensionierten Luxusbaracken der großen Supermärkte umgeben von mindestens sportplatzgroßen Parkflächen sind aus der Zeit gefallen. In einer enkeltauglichen städtischen Lebenswelt verschwinden die Parkplätze unter die Erde und die Gebäudefläche wird mehrstöckig genutzt.
2. Anders, Julia, Wuchsleistung der Edelkastanie (Castanea sativa Mill.) als klimaplastische Baumart in ausgewählten Beständen Ostdeutschlands, Diplomarbeit TU Dresden, 2010.
3. Thurm, Andreas; Richard Heitz, Anbaueignung der Edelkastanie in Deutschland, in: LWF Wissen 81, S.31-41. https://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/service/dateien/w81_beitraege_edelkastanie.pdf>
4. Drei neuere Publikationen zum Anbau von Edelkastanien bieten eine umfassende Anleitung. Ecker, Klement, Rühmer, Schantl, Die Edelkastanie Waldbaum und Obstgehölz, Sorten, Anbau, Pflege, Verarbeitung etc. ARGE Zukunft Edelkastanie, 2019www.Steirerkestn.at; Gauthier, Michel, Les carnets du Croqueur de pommes No.3, Le châtaignier, 2018; zum forstwirtschaftlichen Anbau: Die Edelkastanie vom Brennholz zum Wertholz, FAWF (Trippstadt) 2014.
5. Segatz, Ernst <HRSG.>, Die Edelkastanie am Oberrhein – Aspekte ihrer Ökologie, Nutzung und Gefährdung, Ergebnisse aus dem EU Interreg IV A Oberrhein Projekt, in: Mitteilungen aus der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz Nr.74/75, bes. Segatz, Ernst, Beiträge der Edelkastanie zur Biodiversität S.161-172.
6. Bourgeois, Catherine, Éric Sevrin, Jean Lemaire: Le châtaignier – un arbre, un bois (Die Kastanie – ein Baum, ein Holz), 2ième édition, Paris 2004 (IDF, Institut pour le développement forestier)
7. In Knicks sollten, entgegen den Vorstellungen einiger Umweltverbände, auch Esskastanien gepflanzt werden und dieses unter dem Aspekt, nach einigen Jahren Maronen in Knicks sammeln zu können. Es sollten wurzelhalsveredelte Kastanien gepflanzt werden. Diese werden innerhalb des 10-12 jährigen Umtriebs bereits eine Vielzahl von Maronen produziert haben. Wegen der tiefen Veredlungsstelle können sie auch auf den Stock gesetzt werden, das wird der Veredlung nicht schaden. Im Gegenteil: Durch den starken Rückschnitt werden sie sehr schnell kräftig treiben und erneut Früchte produzieren, von Jahr zu Jahr mehr.<Peter Klock, www.walnuss24.de>
8. Bei Ausbreitung des Kastanienrindenkrebses empfiehlt es sich hybride Sorten zu pflanzen, die aus Kreuzungen mit Castanea crenata (Japan) oder Castanea mollissima (China) hervorgegangen sind und eine nur geringe Anfälligkeit gegen Kastanienrindenkrebs und die Tintenkrankheit haben.
9. LWB Wissen 79 und LWB aktuell 105, bes. Müller-Kroehling S.20-25
10. Bourgeois a.a.O. S.293f..
11. Bußler, Heinz, Insekten an der Rosskastanie, LWF-Wissen48 Beiträge zur Rosskastanie, S.31ff. <http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/biodiversitaet/dateien/w48_insekten_an_der_ro sskastanie_gesch.pdf>; Aas, Gregor, Marianne Laueser, Die Gemeine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) als Neubürger in unserer Flora, ebda. S.17ff.
12. Segatz a.a.O. S.161-172 und Segatz, Ernst, Biodiversität und waldbauliche Behandlung von Edelkastanienwäldern, in:LWF Wissen 81, Beiträge zur Edelkastanie, 2018, S.82-92.Insekten auf Edelkastanien (Aufnahmen von j.Schantl, ARGE Zukunft Edelkastanie)
13. Eine umfassend informative Einführung in Obstgehölze für kleine Flächen (auch im urbanen Bereich) bietet: Klock, Peter, Thorsten Klock, Obstgehölze für kleine Gärten, Anbau, Pflege, Ernte, Schwarzenbek (Cadmos-Verlag) 2012, 128 S.